Esteban Ocon: Wegen Mercedes nicht im Renault?

Von Adam Cooper – 30.08.2018 12:45 ​Esteban Ocon sollte 2019 an der Seite von Nico Hülkenberg im Renault sitzen, als Leihgabe von Mercedes. Dann unterzeichnete Daniel Ricciardo bei Renault. Wurde Mercedes für Ocon zum Stolperstein?

In der Formel 1 ändern sich die Dinge schnell. An sich galt als sicher – der vielversprechende Esteban Ocon wird von Mercedes in einen Renault gesetzt, wo der Franzose seine GP-Ausbildern vertiefen kann, als Stallgefährte von Nico Hülkenberg. Dann jedoch war auf einmal Daniel Ricciardo zu haben, und Renault-Teamchef Cyril Abiteboul griff sofort zu.

Als damals im Fahrerlager kursierte, dass der 21jährige Ocon zu Renault zurückkehren würde 2016 war er dort Test- und Ersatzfahrer, stellten sich viele Fans die Frage: Geht das einfach so? Wo Esteban doch Mercedes-Junior ist! Aber für Mercedes-Teamchef Toto Wolff war das nie ein Hinernis. Für den Wiener steht im Mittelpunkt, dass der gegenwärtige WM-Elfte Ocon sein Rennhandwerk verfeinern kann.

Bei Renault war die Lage offenbar nicht ganz so einfach, wie Renault-Teamchef Cyril Abiteboul jetzt zugibt: «Es war eine schwierige Entscheidung. Ich finde, Esteban hätte prima ins Team gepasst. Aber wir haben den Leuten um Ocon herum auch klargemacht, dass die ganze Situation wegen Mercedes ein wenig unbehaglich ist. Das spukte uns schon im Hinterkopf herum – dass du die ganze Zeit über mit einem Konkurrenten verhandelst.»

«Diese Lage hatten wir bereits mit Carlos Sainz und Red Bull, das ergab Positives und Negatives. Gut war, dass wir überhaupt die Chance erhielten, mit Sainz arbeiten zu können. Aber wir überlegten, ob wir das noch einmal machen wollen, und dann auch noch für zwei Jahre, also 2019 und 2020. Immerhin wollen wir bis dann die Top-Teams ärgern. Von einem solchen Top-Team in Sachen Fahrer abhängig zu sein, das fühlte sich unangenehm an.»

«Ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass dies letztlich zum Scheitern geführt hat. Sonst hätten wir uns die Variante Ocon ja gar nicht erst überlegen müssen. Aber es war ein nagender Gedanke, den wir nicht aus dem Hinterkopf bekommen haben.»

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